Meta Schadensersatz: Wie viel Geld steht Ihnen zu?
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Meta Schadensersatz: Wie viel Geld steht Ihnen zu?

Dr. Saban Sincar

Rechtsanwalt

20. Februar 2026 8 Min.
Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2026

Das Wichtigste in Kürze

Deutsche Gerichte haben in über 2.000 Verfahren Schadensersatz zwischen 300 und 10.000 Euro gegen Meta zugesprochen. Die Höhe hängt von verschiedenen Faktoren ab – insbesondere vom Alter des Betroffenen und der Art der gesammelten Daten.

NOVALEX fordert für Sie:

  • 5.000 € für Erwachsene
  • 10.000 € für Minderjährige

Schadensersatz-Übersicht: Alle wichtigen Urteile

Oberlandesgerichte (OLG)

Das OLG Dresden hat am 3. Februar 2026 mehrere rechtskräftige Urteile gefällt – Meta kann keine Revision mehr einlegen, da das Gericht „die rechtliche Lage als so deutlich" einstufte.

GerichtAktenzeichenDatumBetragRechtskräftig
OLG Dresden4 U 292/2503.02.20261.500 €✓ Ja
OLG Dresden4 U 196/2503.02.20261.500 €✓ Ja
OLG Dresden4 U 293/2503.02.20261.500 €✓ Ja
OLG Dresden4 U 296/2503.02.20261.500 €✓ Ja
OLG Naumburg9 U 44/2505.02.20261.250 €✓ Ja
OLG München37 U 530/25 e04.02.2026750 €Nein
OLG München14 U 1068/25 eDez. 2025750 €Revision → BGH

Landgerichte (LG) – Höchste Beträge

GerichtAktenzeichenDatumBetrag
LG Mainz3 O 29/2427.06.202510.000 €
LG Ellwangen2 O 222/2419.02.202510.000 €
LG Lübeck15 O 281/2315.09.20255.500 €
LG Leipzig05 O 1939/2404.07.20255.000 €
LG Fulda3 O 90/2414.11.20255.000 €
LG Ellwangen3 O 204/2408.12.20255.000 €
LG Hamburg301 O 20/2401.07.20253.000 €
LG Stuttgart48 O 93/2423.05.20253.000 €
LG Frankfurt2-01 O 30/2427.05.20252.500 €
LG Karlsruhe6 O 72/2414.04.20252.500 €
LG Berlin II04.04.20252.000 €
LG Köln28 O 615/2304.06.20252.000 €

Eine vollständige Liste aller Urteile finden Sie in unserer Urteils-Übersicht.


Wie berechnen Gerichte den Schadensersatz?

Das Konzept „Kontrollverlust als Schaden"

Nach Art. 82 DSGVO haben Betroffene Anspruch auf Ersatz des immateriellen Schadens. Das bedeutet: Sie müssen keinen konkreten finanziellen Schaden nachweisen – der bloße Kontrollverlust über personenbezogene Daten gilt als eigenständiger Schaden.

Das OLG Dresden hat klargestellt:

„Der bloße Kontrollverlust über die eigenen personenbezogenen Daten stellt bereits einen ersatzfähigen immateriellen Schaden dar. Ein Nachweis psychischer Beeinträchtigungen ist nicht erforderlich."

Das OLG München (Az. 14 U 1068/25) bestätigte: Der immaterielle Schaden liegt im Kontrollverlust bei Tracking auf Drittseiten – Meta konnte „keine informierte Einwilligung oder einen sonstigen tragfähigen Rechtfertigungsgrund" nachweisen.

Faktoren, die die Höhe beeinflussen

FaktorAuswirkung
AlterMinderjährige erhalten bis zu 10.000 €
NutzungsdauerLängere Nutzung = mehr gesammelte Daten
DatenartSensible Daten (Gesundheit, Dating) = höher
IntensitätUmfang der Überwachung
KammerUnterschiedliche Auffassungen je Gericht

Das OLG München berücksichtigte explizit die Risiken für sensible Gesundheitsdaten (Art. 9 DSGVO), was zu höheren Beträgen führen kann.

Minderjährige: Besonderer Schutz

Gerichte sprechen Minderjährigen regelmäßig doppelt so hohe Beträge zu:

  • Die DSGVO sieht besonderen Schutz für Kinder vor (Erwägungsgrund 38)
  • Minderjährige können die Tragweite der Datenerhebung nicht einschätzen
  • Die Auswirkungen auf die Entwicklung sind schwerwiegender

Warum ist die Spanne so groß (300–10.000 €)?

OLG vs. LG: Unterschiedliche Maßstäbe

Die Oberlandesgerichte urteilen tendenziell konservativer als die Landgerichte:

InstanzTypische SpanneBegründung
OLG750–1.500 €Vorsichtige Bemessung, Signalwirkung
LG2.000–10.000 €Abschreckende Wirkung, individueller Fall

Das BGH-Urteil kommt

Das OLG München (14. Senat) hat die Revision zum BGH zugelassen. Der Bundesgerichtshof wird voraussichtlich 2026 oder 2027 eine Grundsatzentscheidung zur Schadenshöhe treffen.

Wichtig: Selbst wenn der BGH die Beträge nach unten korrigieren sollte, bleibt der Anspruch auf Schadensersatz bestehen. Die Frage ist nur die Höhe.


Was fordert NOVALEX für Sie?

Wir fordern standardmäßig:

BetroffeneForderung
Erwachsene5.000 €
Minderjährige10.000 €

Diese Forderungen orientieren sich an der obergerichtlichen Rechtsprechung und den höheren LG-Urteilen. Die konkrete Summe kann im Einzelfall variieren.


Fazit

Die Gerichte haben Meta zu Schadensersatz zwischen 300 und 10.000 Euro verurteilt. Die Tendenz ist klar verbraucherfreundlich – insbesondere die rechtskräftigen OLG-Urteile aus Dresden und Naumburg stärken die Position der Betroffenen.

→ Jetzt Schadensersatzanspruch prüfen


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Quellen

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