Meta Schadensersatz: Wie viel Geld steht Ihnen zu?
Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2026
Das Wichtigste in Kürze
Deutsche Gerichte haben in über 2.000 Verfahren Schadensersatz zwischen 300 und 10.000 Euro gegen Meta zugesprochen. Die Höhe hängt von verschiedenen Faktoren ab – insbesondere vom Alter des Betroffenen und der Art der gesammelten Daten.
NOVALEX fordert für Sie:
- 5.000 € für Erwachsene
- 10.000 € für Minderjährige
Schadensersatz-Übersicht: Alle wichtigen Urteile
Oberlandesgerichte (OLG)
Das OLG Dresden hat am 3. Februar 2026 mehrere rechtskräftige Urteile gefällt – Meta kann keine Revision mehr einlegen, da das Gericht „die rechtliche Lage als so deutlich" einstufte.
| Gericht | Aktenzeichen | Datum | Betrag | Rechtskräftig |
|---|---|---|---|---|
| --------- | -------------- | ------- | -------- | --------------- |
| OLG Dresden | 4 U 292/25 | 03.02.2026 | 1.500 € | ✓ Ja |
| OLG Dresden | 4 U 196/25 | 03.02.2026 | 1.500 € | ✓ Ja |
| OLG Dresden | 4 U 293/25 | 03.02.2026 | 1.500 € | ✓ Ja |
| OLG Dresden | 4 U 296/25 | 03.02.2026 | 1.500 € | ✓ Ja |
| OLG Naumburg | 9 U 44/25 | 05.02.2026 | 1.250 € | ✓ Ja |
| OLG München | 37 U 530/25 e | 04.02.2026 | 750 € | Nein |
| OLG München | 14 U 1068/25 e | Dez. 2025 | 750 € | Revision → BGH |
Landgerichte (LG) – Höchste Beträge
| Gericht | Aktenzeichen | Datum | Betrag |
|---|---|---|---|
| --------- | -------------- | ------- | -------- |
| LG Mainz | 3 O 29/24 | 27.06.2025 | 10.000 € |
| LG Ellwangen | 2 O 222/24 | 19.02.2025 | 10.000 € |
| LG Lübeck | 15 O 281/23 | 15.09.2025 | 5.500 € |
| LG Leipzig | 05 O 1939/24 | 04.07.2025 | 5.000 € |
| LG Fulda | 3 O 90/24 | 14.11.2025 | 5.000 € |
| LG Ellwangen | 3 O 204/24 | 08.12.2025 | 5.000 € |
| LG Hamburg | 301 O 20/24 | 01.07.2025 | 3.000 € |
| LG Stuttgart | 48 O 93/24 | 23.05.2025 | 3.000 € |
| LG Frankfurt | 2-01 O 30/24 | 27.05.2025 | 2.500 € |
| LG Karlsruhe | 6 O 72/24 | 14.04.2025 | 2.500 € |
| LG Berlin II | – | 04.04.2025 | 2.000 € |
| LG Köln | 28 O 615/23 | 04.06.2025 | 2.000 € |
Eine vollständige Liste aller Urteile finden Sie in unserer Urteils-Übersicht.
Wie berechnen Gerichte den Schadensersatz?
Das Konzept „Kontrollverlust als Schaden"
Nach Art. 82 DSGVO haben Betroffene Anspruch auf Ersatz des immateriellen Schadens. Das bedeutet: Sie müssen keinen konkreten finanziellen Schaden nachweisen – der bloße Kontrollverlust über personenbezogene Daten gilt als eigenständiger Schaden.
Das OLG Dresden hat klargestellt:
„Der bloße Kontrollverlust über die eigenen personenbezogenen Daten stellt bereits einen ersatzfähigen immateriellen Schaden dar. Ein Nachweis psychischer Beeinträchtigungen ist nicht erforderlich."
Das OLG München (Az. 14 U 1068/25) bestätigte: Der immaterielle Schaden liegt im Kontrollverlust bei Tracking auf Drittseiten – Meta konnte „keine informierte Einwilligung oder einen sonstigen tragfähigen Rechtfertigungsgrund" nachweisen.
Faktoren, die die Höhe beeinflussen
| Faktor | Auswirkung |
|---|---|
| -------- | ------------ |
| Alter | Minderjährige erhalten bis zu 10.000 € |
| Nutzungsdauer | Längere Nutzung = mehr gesammelte Daten |
| Datenart | Sensible Daten (Gesundheit, Dating) = höher |
| Intensität | Umfang der Überwachung |
| Kammer | Unterschiedliche Auffassungen je Gericht |
Das OLG München berücksichtigte explizit die Risiken für sensible Gesundheitsdaten (Art. 9 DSGVO), was zu höheren Beträgen führen kann.
Minderjährige: Besonderer Schutz
Gerichte sprechen Minderjährigen regelmäßig doppelt so hohe Beträge zu:
- Die DSGVO sieht besonderen Schutz für Kinder vor (Erwägungsgrund 38)
- Minderjährige können die Tragweite der Datenerhebung nicht einschätzen
- Die Auswirkungen auf die Entwicklung sind schwerwiegender
Warum ist die Spanne so groß (300–10.000 €)?
OLG vs. LG: Unterschiedliche Maßstäbe
Die Oberlandesgerichte urteilen tendenziell konservativer als die Landgerichte:
| Instanz | Typische Spanne | Begründung |
|---|---|---|
| --------- | ----------------- | ------------ |
| OLG | 750–1.500 € | Vorsichtige Bemessung, Signalwirkung |
| LG | 2.000–10.000 € | Abschreckende Wirkung, individueller Fall |
Das BGH-Urteil kommt
Das OLG München (14. Senat) hat die Revision zum BGH zugelassen. Der Bundesgerichtshof wird voraussichtlich 2026 oder 2027 eine Grundsatzentscheidung zur Schadenshöhe treffen.
Wichtig: Selbst wenn der BGH die Beträge nach unten korrigieren sollte, bleibt der Anspruch auf Schadensersatz bestehen. Die Frage ist nur die Höhe.
Was fordert NOVALEX für Sie?
Wir fordern standardmäßig:
| Betroffene | Forderung |
|---|---|
| ------------ | ----------- |
| Erwachsene | 5.000 € |
| Minderjährige | 10.000 € |
Diese Forderungen orientieren sich an der obergerichtlichen Rechtsprechung und den höheren LG-Urteilen. Die konkrete Summe kann im Einzelfall variieren.
Fazit
Die Gerichte haben Meta zu Schadensersatz zwischen 300 und 10.000 Euro verurteilt. Die Tendenz ist klar verbraucherfreundlich – insbesondere die rechtskräftigen OLG-Urteile aus Dresden und Naumburg stärken die Position der Betroffenen.
→ Jetzt Schadensersatzanspruch prüfen
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