Meta Fake-Werbung: Urteil gegen Facebook und Instagram
KI-generiertes Symbolbild
Meta / Facebook

Meta Fake-Werbung: Urteil gegen Facebook und Instagram

NOVALEX

Redaktion

06. Oktober 2026 8 Min.

Die kurze Antwort

Das LG Frankfurt am Main hat Meta mit Urteil vom 16.09.2026, Az. 2-06 O 234/25, wegen bestimmter Fake-Werbung auf Instagram und Facebook in die Pflicht genommen. Meta soll solche Anzeigen mit Bezug auf Finanzfluss und Thomas Kehl unterlassen, Auskunft erteilen und für daraus entstehende Schäden einstehen [1][7][10]. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; Meta kann dagegen vorgehen [4][6][8][10].

Worum ging es im Verfahren gegen Meta?

Im Verfahren ging es um betrügerische Anzeigen auf Facebook und Instagram, in denen Name, Logo und Marke des Finanzportals Finanzfluss sowie Name und Bild des Gründers Thomas Kehl verwendet wurden [1][4][6][10]. Die Werbung war auf mutmaßlich betrügerische Investments ausgerichtet [4][8].

Geklagt hatten die Finflow GmbH und ihr Geschäftsführer Thomas Kehl, also gerade die Betroffenen, deren Identität, Name und Kennzeichen für die Anzeigen missbraucht wurden [1][8]. Das LG Frankfurt am Main sah darin unter anderem Verletzungen des Unternehmenspersönlichkeitsrechts und des allgemeinen Persönlichkeitsrechts [4].

Wichtig ist deshalb die Einordnung des Urteils: Es ging nicht um die unmittelbaren Ansprüche geprellter Anleger gegen Meta, sondern um Ansprüche derjenigen, deren Name, Bild oder Marke für die Fake-Werbung genutzt wurden [8]. Für Verbraucher ist die Entscheidung dennoch bedeutsam, weil sie die Verantwortung von Plattformen bei algorithmisch ausgespielter Werbung deutlicher beschreibt [7][10].

Warum soll Meta für Scam-Anzeigen haften?

Meta hatte sich darauf berufen, nur eine Plattform bereitzustellen und für fremde Inhalte nicht verantwortlich zu sein, solange gemeldete Verstöße nach Hinweis entfernt würden [5][7]. Das LG Frankfurt am Main hat diese Sicht im konkreten Fall nicht übernommen [5][7].

Nach der Entscheidung steuert beziehungsweise kontrolliert Meta mit seinem Werbe-Algorithmus aktiv, welche Anzeigen an Nutzer ausgespielt werden [5][7]. Gerade diese aktive Auswahl im Feed war für das Gericht entscheidend [5][7][10]. Hinzu kommt, dass Meta an der Ausspielung der Werbung verdient [5].

Daraus folgte nach den Berichten zum Urteil, dass Meta nicht ohne Weiteres wie ein rein neutraler Speicherplatz-Anbieter behandelt werden kann [5][7]. Beck-Aktuell berichtet ausdrücklich, dass die Haftungsprivilegierung des Art. 6 Abs. 1 Digital Services Act im Fall von Instagram- und Facebook-Werbeanzeigen nach Auffassung des LG Frankfurt am Main nicht automatisch greift [7].

Für Verbraucher bedeutet das vor allem eines: Bei kuratierten Werbe-Feeds kann sich eine Plattform nicht stets pauschal auf fehlende Kenntnis berufen, wenn sie die Ausspielung der Werbung selbst maßgeblich steuert [5][7].

Was muss Meta nach dem Urteil tun?

Das Gericht hat Meta zur Unterlassung verurteilt [1][6][10]. Meta muss also die beanstandete Fake-Werbung mit Bezug auf Finanzfluss und Thomas Kehl nicht weiter veröffentlichen oder verbreiten [1][6][10]. Nach den Berichten erfasst das Verbot Inhalte Dritter, die den Namen oder das Bildnis von Thomas Kehl oder den Namen Finanzfluss in entsprechender Weise verwenden [1].

Außerdem wurde festgestellt, dass Meta verpflichtet ist, den Klägern die aus den Fake-Beiträgen entstandenen Schäden zu ersetzen [1][8]. Hinzu kommt ein Auskunftsanspruch über die Anzeigen auf Instagram und Facebook sowie über die damit erzielten Einnahmen [1][4][5].

Nach einem Bericht soll Meta die beanstandeten Fakeprofile und Betrugsanzeigen künftig sogar herausfiltern, bevor sie erscheinen [5]. Bei Verstößen gegen die Unterlassungspflicht droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro [5].

Wer ist von dem Urteil betroffen?

SituationBedeutung des UrteilsWichtige BeweiseKlare Grenze des Urteils
Ihr Name, Bild oder Logo wird in Fake-Werbung verwendetDas Urteil ist besonders relevant, weil genau eine solche Konstellation entschieden wurde [1][4][8].Screenshots der Anzeige, des Profils, der Zielseite und Nachweise, dass keine Zustimmung erteilt wurde [5][8].Das Urteil betrifft den Einzelfall vor dem LG Frankfurt am Main und ist noch nicht rechtskräftig [4][6][10].
Sie sehen eine Scam-Anzeige im algorithmischen FeedDie Entscheidung stärkt die Sicht, dass Meta bei kuratierter Werbung Verantwortung tragen kann [5][7].Screenshot der Anzeige, Datum, Uhrzeit, Plattform und Link zur Zielseite [5][8].Allein das Sehen einer Anzeige begründet noch keinen eigenen Zahlungsanspruch [8].
Sie verlieren nach einem Klick GeldDas Urteil zeigt die gesteigerte Plattformverantwortung, ersetzt aber nicht den Nachweis Ihres eigenen Schadens [8][10].Anzeige, Chatverläufe, Zahlungsbelege, Kontodaten und Verlauf bis zur Investition [8].Aus dem Urteil folgt kein automatischer eigener Anspruch jedes geschädigten Anlegers gegen Meta [8].

Was bedeutet das Urteil für Verbraucher?

Für Verbraucher ist das Urteil vor allem deshalb wichtig, weil es die Rolle des algorithmischen Feeds betont [5][7]. Wer eine betrügerische Anzeige auf Instagram oder Facebook im Feed sieht, kann sich nicht ohne Weiteres mit dem Hinweis abspeisen lassen, die Plattform sei nur passiver Host [5][7].

Gleichzeitig sollte die Reichweite des Urteils nicht überschätzt werden. Geklagt hatten nicht Anleger, die Geld verloren haben, sondern die Personen beziehungsweise das Unternehmen, deren Name, Bild und Kennzeichen missbraucht wurden [1][8]. Deshalb lässt sich aus dem Urteil kein automatischer eigener Anspruch jedes geschädigten Anlegers gegen Meta ableiten [8].

Wer sich allgemein für die Verantwortung von Meta bei Nutzerführung und Plattformgestaltung interessiert, findet dazu auch unseren Beitrag 100.000 € Zwangsgeld pro Tag: Meta wegen Dark Patterns verurteilt.

Welche Rolle spielt das frühere Hirschhausen-Verfahren?

Bereits im März 2025 hatte das OLG Frankfurt am Main in einem anderen Verfahren zu Deepfake-Werbung mit Eckart von Hirschhausen Meta stärker in die Pflicht genommen [6][9][10]. Nach einem konkreten Hinweis reiche es danach nicht aus, nur die gemeldete Anzeige zu löschen; Meta müsse auch eigenständig nach sinngleichen Fälschungen suchen und diese entfernen [6][9][10].

Für dieses Verfahren wird das Aktenzeichen 16 W 10/25 genannt [9]. Das Finanzfluss-Urteil des LG Frankfurt am Main mit dem Aktenzeichen 2-06 O 234/25 geht nach den Berichten noch einen Schritt weiter, weil die Haftung gerade mit der algorithmischen Steuerung der Werbeausspielung begründet wird [7][9][10].

Beide Entscheidungen betreffen aber den jeweiligen Einzelfall [9]. Zudem ist das Urteil vom 16.09.2026 noch nicht rechtskräftig [4][6][8][10].

Was Betroffene jetzt dokumentieren sollten

Wenn Ihnen auf Instagram oder Facebook eine verdächtige Anlageanzeige ausgespielt wird, sollten Sie die Anzeige sofort sichern [5][8]. Sinnvoll sind Screenshots der Anzeige selbst, des dahinterstehenden Profils, der Zielseite und möglicher Weiterleitungen etwa in Chats oder Messenger-Gruppen [8].

Wichtig sind außerdem Datum, Uhrzeit, Plattform, angezeigter Name, verwendete Bilder und die konkret beworbene Geldanlage [8]. Wenn Zahlungen gefordert oder Kontaktdaten abgefragt wurden, sollten auch diese Angaben dokumentiert werden [8].

Wer selbst mit Name, Foto, Logo oder Unternehmensbezeichnung in Scam-Anzeigen missbraucht wird, sollte zusätzlich festhalten, dass keine Zustimmung zur Werbung erteilt wurde [1][4]. Wer bereits Geld verloren hat, sollte Anzeige, Kontaktaufnahme und jede einzelne Zahlung sauber voneinander trennen und belegen, weil das Frankfurter Urteil den Nachweis des eigenen Schadens nicht ersetzt [8].

Im Zusammenhang mit Beweissicherung und Meta-Fällen kann auch unser Beitrag Facebook-Datenleck prüfen: So erkennen Sie einen Treffer hilfreich sein. Einen Überblick zu weiteren aktuellen Meta-Themen finden Sie zudem hier: Meta-Überwachungsskandal – Was Betroffene jetzt wissen müssen.

Häufige Fragen zu Meta, Instagram, Facebook und Fake-Werbung

Meta haftet für Fake-Werbung auf Instagram – bekomme ich mein Geld zurück?

Nicht automatisch. Das Urteil des LG Frankfurt am Main betrifft unmittelbar die Ansprüche derjenigen, deren Name, Bild oder Marke für die Werbung missbraucht wurden, nicht pauschal die Ansprüche aller Anleger [1][8].

Was bedeutet das Urteil LG Frankfurt 2-06 O 234/25 gegen Meta?

Das Gericht hat entschieden, dass Meta im konkreten Fall bestimmte Fake-Werbung mit Bezug auf Finanzfluss und Thomas Kehl unterlassen muss und außerdem Auskunft und Schadensersatz schulden kann [1][7][10]. Maßgeblich war dabei die aktive algorithmische Steuerung der Werbeausspielung [5][7].

Kann Meta sich bei Scam-Anzeigen auf Facebook auf fehlende Kenntnis berufen?

Im entschiedenen Fall nicht ohne Weiteres. Das LG Frankfurt am Main hat gerade darauf abgestellt, dass Meta die Ausspielung von Werbeinhalten aktiv steuert und deshalb nicht wie ein bloß neutraler Speicherplatz behandelt werden müsse [5][7].

Muss Meta Fake-Werbung auf Instagram selbst herausfiltern?

Nach einem Bericht soll Meta die beanstandeten Fakeprofile und Betrugsanzeigen künftig herausfiltern, bevor sie erscheinen [5]. Unabhängig davon hatte das OLG Frankfurt am Main im Hirschhausen-Verfahren entschieden, dass Meta nach einem konkreten Hinweis auch sinngleiche Fälschungen eigenständig suchen und entfernen muss [6][9][10].

Gilt das Urteil auch für Facebook-Werbung mit Prominenten oder bekannten Gesichtern?

Das Urteil betrifft unmittelbar den Fall Finanzfluss und Thomas Kehl [1][10]. Es zeigt aber, dass die unbefugte Nutzung von Namen, Bildnissen und Kennzeichen in Fake-Werbung rechtlich erheblich sein kann [1][4].

Ist das Urteil gegen Meta schon rechtskräftig?

Nein. Mehrere Berichte weisen darauf hin, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist und angefochten werden kann [4][6][8][10].

Was soll ich tun, wenn mir eine betrügerische Anzeige auf Instagram ausgespielt wurde?

Sichern Sie Anzeige, Profil, Zielseite, Datum, Uhrzeit und alle weiteren Kontaktwege [8]. Wenn Sie auf die Anzeige reagiert oder gezahlt haben, sollten Sie zusätzlich Chatverläufe und Zahlungsbelege sichern [8].

Hilft das Meta-Urteil, wenn mein Name oder Foto für Fake-Werbung missbraucht wird?

Ja, dafür ist die Entscheidung besonders relevant, weil genau diese Konstellation Gegenstand des Verfahrens war [1][4][8]. Das Urteil zeigt, dass gegen Meta im Einzelfall Unterlassungs-, Auskunfts- und Schadensersatzansprüche in Betracht kommen können [1][8].

Fazit

Das Urteil des LG Frankfurt am Main stärkt Betroffene, deren Name, Bild oder Marke in Fake-Werbung auf Instagram und Facebook missbraucht wird [1][4][10]. Besonders wichtig ist die Begründung über den algorithmischen Feed: Wer Werbung aktiv auswählt und daran verdient, kann nicht ohne Weiteres als rein neutraler Host behandelt werden [5][7]. Für Verbraucher mit eigenem Vermögensschaden ist das Urteil dennoch keine automatische Anspruchsgrundlage gegen Meta [8]. Entscheidend bleiben der konkrete Einzelfall, saubere Beweissicherung und die weitere Entwicklung in möglichen Rechtsmittelverfahren [4][6][8][10].

→ Jetzt kostenlos Anspruch gegen Meta prüfen

Weiterführende Artikel

Quellen

Lassen Sie uns für Ihr Recht kämpfen.

Vereinbaren Sie jetzt Ihre kostenlose Erstberatung – unverbindlich und vertraulich.

Jetzt Erstberatung anfordern